Das Anlagenverzeichnis und Absetzung für Abnutzung (AfA) in Österreich

Anlagegüter sind Gegenstände die Ihnen mehr als 1 Jahr beruflich dienen (z.B Computer, Drucker, Möbel, usw.). 

Österreichische Unternehmer sind verpflichtet Analagegüter über die Nutzungsdauer (anstatt sofort) jahrlich (mit einem fixen Betrag) abzuschreiben und dies in einem Anlagenverzeichnis zu dokumentieren.

Außnahme sind Anlagegütern deren Nettowert bzw. bei Kleinunternehmern den Bruttowert von 400€ nicht übersteigt. Diese sog. „Geringwertigen Wirtschaftsgüter“ dürfen sofort als Ausgaben geltend gemacht werden und sind nicht zwingend im Anlagenverzeichnis zu dokumentieren. 

Anlagengüter werden außerdem in der Jahreseinkommensteuererklärung unter der Kennzahl 9130 zusammengefasst (siehe Formular E1A). 

Tutorial-Video: Anlagenverzeichnis in Österreich – 8:15

Kostenloses österreichisches Anlagenverzeichnis-Muster

Inklusive Praxisbeispiele

(kostenlos in der EA-Tabelle Vorlage enhalten)

Spaltenbeschreibung eines österreischischen Anlagenverzeichnisses

Lfd. Nr. (1)

Pflichtfeld

Laufende Nummer: Einzigartige Nummer für jedes Analagegut (AG).

Die EA-Tabelle verwendet den Präfix „AG-“ den Sie natürlich auch weglassen können. 

Jahr (2), Monat (3) und Tag (4)

Pflichtfeld

Datum der Anschaffung bzw. Herstellung (falls selbst hergestellt). 

Normalerweise zählt für die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung das Datum der Bezahlung. Anders bei der AfA zählt das Datum an dem das Anlagegut betrieblich genutzt wird.

Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten müssen noch nicht beglichen sein. 

Lieferant (5)

Pflichtfeld

Zum Namen und Anschrift des Lieferanten ist zu erwähnen, dass es nach den EStG-Richtlinien 2000 Rz 3137 genügt, dass dieser eindeutig dokumentiert ist (z.B. auf der Rechnung bzw. am Lieferschein) und auf verlangen dem Finanzamt jederzeit mitgeteilt werden kann.

Bezeichnung des Anlageguts (6)

Pflichtfeld

Genaue Bezeichnung um welches Analagegut es sich handelt

Kosten (7)

Pflichtfeld

Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des betreffenden Wirtschaftsgutes.

Zu den Anschaffungskosten zählen nicht nur der eigentliche Kaufpreis, sondern alle Aufwendungen, die erforderlich sind, das Wirtschaftsgut in den Besitz des Unternehmens gelangen zu lassen und es für dieses nutzbar zu machen.

  • Transportspesen
  • Zölle
  • Vermittlungsprovisionen
  • Anwalts- und Notarhonorare
  • Grunderwerbsteuer
  • Montage-, Installierungs- und Fundamentierungskosten

Derartige Aufwendungen müssen zum Einkaufspreis dazugerechnet werden. Sie erhöhen also die Anschaffungskosten und stellen letztendlich die eigentliche Abschreibungsbasis dar.

Beispiel

Um das neu angeschaffte Computer netzwerk in Betrieb nehmen zu können, sind umfangreiche Arbeiten eines Elektroinstallateurs in den Büroräumlichkeiten erforderlich. Die tatsächlichen Gesamtkosten stellen keinen Instandhaltungs- oder Reparaturaufwand dar, vielmehr erhöhen sie die Anschaffungskosten des Wirtschaftsgutes „Computernetzwerk“.

Bei den Herstellungskosten ist ähnlich vorzugehen. Sämtliche Aufwendungen bilden die Abschreibungsbasis. Bei in eigener Regie hergestellten Wirtschaftsgütern sind die Materialkosten und Fertigungslöhne, die Sonderkosten der Fertigung (Planungs- und Entwicklungs kosten) sowie die Material- und Fertigungsgemeinkosten anzusetzen.

Nutzungsjahre (8)

Pflichtfeld

Die Kosten müssen gleichmäßig auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt abzusetzen werden.

In der Praxis haben sich gewisse Richtwerte entwickelt. In Deutschland gibt es sogar amtliche AfA-Tabellen, die auch in Österreich verwendet werden können.

  • 3 Jahre: Personalcomputer, Notebooks und deren Peripheriegeräte (Drucker, Scanner, Bildschirme u.ä.)
  • 8 Jahre: KFZ
  • 10 Jahre: Betriebs- und Geschäftsausstattung
AfA-Betrag (9)

Die EA-Tabelle berechnet diesen Wert automatisch sobald Kosten [7] und Nutzungsjahre [8] angegeben sind. 

In jedem Jahr der Nutzung darf nur ein gleich bleibender Abschreibungsbetrag geltend gemacht werden (lineare AfA).

Um den jährlichen AfA-Betrag zu errechnen, dividiert man die Anschaffungs- oder Herstellungskosten durch die in Jahre ausgedrückte Nutzungsdauer.

Übrigens: Achten Sie bitte darauf, dass Sie die jährlichen Abschreibungsquoten im Rechnungswesen immer in richtiger Höhe ansetzen. Denn: Vergessene Abschreibungen dürfen in späteren Jahren nicht nachgeholt werden!

Restbuchwert des vorherigen Jahres (10)

Die EA-Tabelle ermittelt automatisch anhand des angegebenen Jahres [2] ob ein Restbuchwert notwendig ist. 

Wenn Sie dieses Anlagegut bereits im letzten Jahr aktiviert hatten, tragen Sie bitte hier den Restbuchwert des letzten Jahres ein, die EA-Tabelle wird Sie automatisch mit dem Text „Restbuchwert eingeben“ dazu auffordern.

Falls Sie das Anlagegut erst dieses Jahr in Betrieb genommen haben, dann lassen Sie dieses Feld einfach frei. 

Halbjahres-AfA? (11)

Die EA-Tabelle ermittelt automatisch diesen Wert anhand des angegebenen Jahres [2] und Monats [3]. 

Für den Beginn der AfA ist nicht der Anschaffungs- oder Herstellungszeitpunkt, sondern in der Regel der Zeitpunkt der Inbetriebnahme des jeweiligen Wirtschaftsgutes entscheidend.

Zu beachten ist aber, ob die Inbetriebnahme des Anlagegutes im 1. Halbjahr (so genannte „Ganzjahresabschreibung“, wie im Beispielsfall) oder im 2. Halbjahr (so genannte „Halbjahresabschreibung“) erfolgt.

Die Halbjahres-AfA findet Anwendung, wenn ein Wirtschaftsgut im betreffenden Jahr nicht mehr als sechs Monate vom Unternehmen genutzt wird. In diesem Fall wird nur die Hälfte des AfA-Betrags [9] abgeschrieben.

Im Gegensatz dazu wird bei der Ganzjahres-AfA der volle Jahresbetrag abgeschrieben.

Abschreibung (12)

Die EA-Tabelle berechnet automatisch diesen Wert.

Der Abschreibungsbetrag (€) den Sie dieses Jahr als Ausgabe geltend machen dürfen.

Wenn keine Halbjahres-AfA [11] erforderlich ist, dann entspricht der Werte dem AfA-Betrag [9].

Um den Abschreibungsbetrag auch wirklich in Ihrer EA-Rechnung miteinzubeziehen, müssen Sie den Betrag als Ausgabe im Tabellenblatt A eintragen.

Belegnummer vom A-Blatt (13)

Optionales Feld

Um eine Abschreibung auch in Ihre EA-Rechnung miteinzubeziehen müssen die Ausgabe im Tabellenblatt A eintragen. 

Die daraus resultierende Belegenummer vom Tabellenblatt A können Sie hier eintragen um die AfA mit der Ausgabe zu verknüpfen. 

Diese Verknüpfung dient lediglich der Übersicht um Abschreibungen einfacher im A-Tabellenblatt wieder zu finden. 

Restbuchwert (14)

Die EA-Tabelle berechnet diesen Wert automatisch

Der Anlagenwert (Restbuchwert) der für Abschreibung des nächsten Jahres übrig bleibt. 

Diesen Werte müssten Sie auch in Ihr Anlagenverzeichnis des nächsten Jahres als Restbuchwert des letzten Jahres [10] übernehmen. 

Erinnerungscent

Ist das Anlagegut nach beendeter Nutzungsdauer weiter in Verwendung stehen, bleibt ein so genannter „Erinnerungs-Euro“ übrig, bis die Büromöbel endgültig aus dem Unternehmen ausscheiden.

Ist das Anlagegut am Ende seiner Nutzungsdauer, so muss es im Anlagenverzeichnis weiterhin eingetragen bleiben. Es kann wahlweise mit einem Erinnerungscent (als Restbuchwert) oder auf 0 abgeschrieben werden.

Tipps zur Verwendung des Anlagenverzeichnisses in der EA-Tabelle

Wie übernehme ich mein Anlagenverzeichnis in das nächste Jahr?
Was wenn ein Anlagengut vollständig abgeschrieben wurde oder kapputt gegangen ist?

Ein Analagengut das vollständig abgeschreiben ist, aber noch weiter genutzt wird, scheint auch weiterhin im Anlagenverzeichnis auf, bis es aus dem Betrieb auscheidet (beschädigt, weiterverkauft oder privat übernommen).

Kaputte Analgegüter dürfen sofort abgeschrieben werden. 

Achten Sie auch darauf die Ausscheidung aus des Anlagenguts (besonders wenn vorzeitig der Fall) zu dokumentieren (z.B Entsorgungsschein) um spätere Diskussionen zu vermeiden. 

Was ist zu tun um ein Anlagegut in die Gewinn-Berechnung miteinzubeziehen bzw. Vorsteuer geltend zu machen?

Eingaben im Tabellenblatt „AfA“ müssen außerdem im Tabelleblatt „A“ eingetragen werden um der EA-Rechnung miteinbezogen zu werden.

In diesem Beispiel wird die Vorsteuer in der ersten Zeile sofort zu 100% geltend gemacht. In der zweiten Zeile wird der Restbuchwert des nächsten Jahres wegen dem negativen Vorzeichen abgezogen. Damit kommen 100% der Vorsteuer zur Geltung, aber nur der Abschreibungsbetrag (Ausgabe) der für diese Jahre zusteht. 

Kostenloses österreichisches Anlagenverzeichnis-Muster

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